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Akamai nennt sechs Kriterien zur Auswahl eines Cloud-Sicherheitsanbieters

Mit IT-Security-Maßnahmen in der Cloud ergänzen und verstärken Unternehmen die in ihren Rechenzentren bereits eingesetzten, lokalen IT-Sicherheitsprodukte. Akamai nennt die wichtigsten Auswahlkriterien für eine Cloud-basierte Sicherheitslösung, die einen wirksamen Schutz vor DDoS-Angriffen bieten.

DDoS-Attacken werden immer gefährlicher. Das zeigen Aktivitäten von verschiedensten Hacker-Gruppen, die sich mit unterschiedlichen Namen wie etwa DD4BC, Stealth Ravens sowie aktuell XMR Squad (blogs.akamai.com/de/2017/04/neue-ddos-erpresserbande-attackiert-grosse-deutsche-websites.html) schmücken. Sie versuchen Schutzgelder zu erpressen und Websites lahm zu legen. Optimal mit lokalen Firewalls und Antiviren-Programmen abgestimmte spezialisierte Cloud-Security-Services bilden den zentralen Baustein einer umfassenden Lösung, mit der Unternehmen den Schutz ihrer IT-Infrastruktur, von Web-Anwendungen und Daten vor derartigen Attacken sicherstellen können. Akamai Technologies (www.akamai.com/de, NASDAQ: AKAM) erläutert sechs Kriterien bei der Auswahl eines Cloud-Sicherheitsanbieters.

1. Benötigte Kapazitäten und Skalierbarkeit

In Anbetracht der aktuellen Bedrohungslage im Web sind die Skalierbarkeit und ausreichende Netzwerkkapazitäten einer Cloud-basierten Sicherheitslösung zur erfolgreichen Abwehr massiver DDoS-Angriffe erforderlich. Um entscheiden zu können, ob die Schutzmaßnahmen im Ernstfall ausreichend sind, sollten Unternehmen bei einem Vergleich von DDoS-Schutzlösungen die Kapazitätsangaben der Anbieter detailliert analysieren. Verfügt ein CDN-basierter Service lediglich über eine Netzwerkkapazität von 1 Tbit/s, genügt das bei großen DDoS-Angriffen von mehreren Hundert Gbit/s nicht. Für einen wirksamen Schutz vor groß angelegten Mega-Angriffen ist eine Netzwerkkapazität von rund 40 Tbit/s erforderlich.

2. Permanent aktiver Schutz oder eine On-Demand-Lösung

Cloud-Security-Lösungen, die auf einem Content Delivery Network (CDN) basieren, sind immer aktiv. Der Großteil ihrer Kapazitäten ist durch den alltäglichen Applikations-Traffic ausgelastet. DDoS-Scrubbing-Lösungen arbeiten hingegen eher nach dem On-Demand-Prinzip, damit steht in der Regel mehr Kapazität für die Abwehr von Angriffen bereit. Wichtig ist zudem die regionale Verteilung der Scrubbing-Center; als empfohlener Richtwert gilt: mindestens zwei Scrubbing-Center in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum. Einen optimalen Schutz bieten Lösungen, die die CDN-basierte Abwehr von Angriffen mit DDoS-Scrubbing-Services vereint.

3. Genauigkeit der Web Application Firewall

Ein Vergleich der Angaben verschiedener Anbieter bezüglich der falsch positiven (legitimer Traffic, der fälschlich als Angriff klassifiziert wird) oder falsch negativen Warnungen (Angriffe, die nicht erkannt werden) einer Web Application Firewall (WAF) ist nicht einfach. Einige Anbieter optimieren ihre WAFs, um so wenig falsch positive Meldungen wie möglich zu erhalten. Dadurch kann jedoch die Zahl der falsch negativen Meldungen steigen. Unternehmen sollten daher bei Anbietern, die mit einer geringen Zahl falsch positiver Meldungen werben, aber keine Angaben zu falsch negativen machen, genau nachfragen.

4. Kollektive Intelligenz

Anbieter Cloud-basierter Sicherheitslösungen werben oft mit der „kollektiven Intelligenz“ ihrer Umgebung; allerdings ist kollektive Intelligenz nicht automatisch Teil der Cloud-Security. Sie kommt nur dann zum Tragen, wenn dazu große Datenmengen, langjährige Erfahrungen und ein umfangreicher Traffic vorhanden sind. Nur dann können Big-Data-Analysen einzelner Angriffe ihr volles Potenzial entfalten und daraus kann neues Wissen und klar erkennbare Trends und Handlungsempfehlungen für die effiziente Abwehr künftiger Angriffe entstehen.

5. Bewertung der Reputation von IP-Adressen

Die Reputation von IP-Adressen ist ein konkreter Anwendungsfall für kollektive Intelligenz. Dabei wird IP-Adressen ein Reputationswert zugeordnet, der auf deren Verhalten in der Vergangenheit basiert, beispielsweise die Beteiligung an DDoS-Attacken, an Angriffen auf Web-Anwendungen oder an Scan- und Scraping-Aktivitäten. Auf Basis dieser Informationen können Unternehmen entscheiden, ob sie potenziell schädliche IP-Adressen daran hindern, auf ihre Websites oder Web-Applikationen zuzugreifen. Die Reputationsbewertung ist umso genauer, je mehr Daten zur Auswertung zur Verfügung stehen.

6. SLAs zu Geschwindigkeit und Qualität der Angriffsabwehr

Unternehmen sollten sich bei einem Anbietervergleich nach Service Level Agreements (SLAs) erkundigen, die detaillierte Angaben zur Geschwindigkeit und Qualität der Abwehr von Angriffen definieren. Ein SLA zur Reaktionszeit ist nicht ausreichend, denn auf einen Angriff zu reagieren, ist nicht dasselbe wie ihn abzuwehren. Die Vereinbarung von SLAs zur eigentlichen Abwehrzeit ist unerlässlich. In einem SLA kann beispielsweise, abhängig vom eingesetzten Angriffsvektor, festgelegt werden, wie viel Zeit – ab dem Moment, in dem der Traffic die Plattform erreicht – dem Anbieter einer Cloud-Sicherheitslösung bleibt, um den Angriff abzuwehren.

„Wichtig ist, dass sich Unternehmen nicht mehr allein auf die präventiven IT-Sicherheitsmaßnahmen in ihrem eigenen Rechenzentrum verlassen. Die vor Ort installierten Firewalls bieten einen gewissen Schutz, solange die DDoS-Angriffe nicht eine Bandbreite von 100 MBit/s überschreiten“, sagt Stefan Mardak, Senior Enterprise Security Architect bei Akamai. „Wir empfehlen den Aufbau mehrstufiger Verteidigungslinien, bei denen lokale Load Balancer und Firewalls um Cloud-basierte Lösungen ergänzt und verstärkt werden. Darüber hinaus bietet eine Cloud-basierte Lösung den Vorteil, dass der Anbieter Aktualisierungen der Schutzmechanismen zentral vornimmt. Unternehmen müssen nicht selbst Firewalls aufwendig an unterschiedlichen Standorten mit den neuesten Patches aktualisieren.“