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Cloud-Computing schafft Jobs in Europa

Während sich Cloud-Computing bisher vor allem in den Vereinigten Staaten positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkte, belegt jetzt eine an der London School of Economics (LSE) veröffentlichte Studie, dass Deutschland neben anderen europäischen Staaten auch mit einem starken Wachstum in diesem Bereich hoffen darf.

Während die südeuropäischen Staaten im Zuge der Euro-Krise mit stark gestiegenen Arbeitslosenzahlen, Kürzungen im öffentlichen Sektor und zum Teil mit schlechten Wachstumszahlen zu kämpfen haben, geht es der deutschen Wirtschaft weiterhin vergleichsweise gut. Waren die letzten Jahre fast durchgehend von einer zurückhaltenden Binnennachfrage gekennzeichnet, scheinen sich nun die niedrigen Arbeitslosenzahlen und die ungebrochene Kauflaune der Bürger gegenseitig anzukurbeln.

Ein Sektor, der auch in Deutschland zu einem weiteren Absinken der Arbeitslosenzahlen führen kann, ist die Informationstechnologie. Viel scheint hier in Bewegung zu sein. Dies ist nicht zuletzt deswegen der Fall, weil mehr und mehr Unternehmen umsatteln. Sie entscheiden sich für die Einführung von Cloud Services und damit gegen teure und klobige physische Server. So ist es den Mitarbeitern auch möglich, auch von zu Hause und unterwegs an den PCs und Notebooks zu arbeiten. Während sich diese neue Technologie bisher vor allem in den Vereinigten Staaten positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkte, belegt jetzt eine an der London School of Economics (LSE) veröffentlichte Studie, dass Deutschland neben anderen europäischen Staaten auch mit einem starken Wachstum in diesem Bereich hoffen darf. Die Studie, die auf der Website der Universität abrufbar ist, weist darauf hin, dass Cloud Computing in der schnell wachsenden Smartphone-Branche, aber auch in der vergleichsweise langsamer wachsenden Luft- und Raumfahrtbranche zu Wachstum und Jobs führen kann. Beispielsweise würden durch die Schaffung von Datenzentren Stellen geschaffen. Ferner ermögliche es die Nutzung von Cloud Computing Unternehmen jeder Größe, produktiver zu sein. So ist es möglich, Führungspersonal in profitableren Arbeitsbereichen zu einzusetzen. Zudem gäbe es nur ein geringes Risiko, dass die Umorientierung in Richtung Cloud zu abgebauten Arbeitsplätzen führen könnte. Es sei vielmehr wahrscheinlich, dass Unternehmen ihre Arbeitnehmer weiterbilden und gleichzeitig Absolventen einstellen, die sich während des Studiums auf den Bereich  des Cloud Computings konzentrieren.

Augenblicklich seien die Vereinigten Staaten noch im Bereich des Cloud Computings führend, da es dort die größte Anzahl an durch die Technologie neu geschaffenen Arbeitsplätzen gibt. Die Europäer könnten aber vor allem dann eine starke Konkurrenz darstellen, wenn sie einige wichtige Voraussetzungen dafür im Blick behielten. Dazu gehörten eine gezielte Aus- und Weiterbildung der Arbeitskräfte sowie die Senkung der Energiekosten.

Wo liegen die Chancen für Deutschland? Die Universitäten haben mittlerweile reagiert und Cloud Computing in das Lehrangebot aufgenommen. Zudem sind die Arbeitskosten in der Bundesrepublik im Vergleich zu anderen Staaten relativ niedrig. Einzig die Anzahl der Experten im IT-Bereich im Allgemeinen und im Cloud-Computing Bereich im Speziellen lässt noch zu wünschen übrig. Kurz- und langfristige Strategien, um hier Abhilfe zu schaffen, sind also nötig.