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Cloud Computing: ein Weg zu mehr ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit?

Es ist bekannt, dass Unternehmen und amerikanische Behörden Cloud Services aus Kostengründen einsetzen. Darüber hinaus gerät jedoch leicht in den Hintergrund, dass Cloud Computing auch eine wichtige Möglichkeit bieten, um nachhaltiger zu wirtschaften. Die NGO Carbon Disclosure Project (CDP) gab kürzlich eine Studie heraus, welche die Bedeutung von Cloud Compuing für die ökologische Nachhaltigkeit von Unternehmen untersucht. Der Studie zufolge seien große amerikanische Unternehmen in der Lage, bis 2020 ungefähr 9 Miliarden Euro an Kosten einzusparen. Die Studie zeigt ferner auf, dass diese planen, den Anteil von Cloud Computing an der IT von durchschnittlich zehn auf bis zu 69 Prozent steigern wollen. Diese finanziellen Anreize führen dazu, dass Unternehmen gleichzeitig ökologisch wesentlich nachhaltiger wirtschaften. So besteht laut Studie die Möglichkeit, eine Reduzierung der CO2-Emissionen von jährlich ungefähr 85 Millionen Tonnen herbeizuführen. Paul Dickinson, Vorstandsvorsitzender des CDP, betont das Cloud Computing einen Durchbruch bei dem Versuch darstelle, die Reduzierung des CO2-Ausstoßes voranzutreiben. Dies ergebe sich daher, dass Wirtschaftswachstum bisher grundsätzlich mit Emissionssteigerungen einherging.

Der verstärkte Einsatz von Cloud Services kann nicht nur Ziele mit Hinblick auf das Ziel der ökologischen, sondern auch der sozialen Nachhaltigkeit befördern. Zum einen erscheinen Cloud Services vor allem angesichts der Problematik der steigenden Staatsverschuldung als sinnvoll. Finanzielle Mittel, die regelmäßig in die IT-Infrastruktur investiert werden müssen, können für andere Zwecke verwendet werden. Behörden wären in diesem Zusammenhang auch in der Lage, Personalkosten umzuverteilen. So könnten Stadtverwaltungen mit freiwerdenden Ressourcen zum Beispiel mehr Personal in chronisch unterbesetzten Bereichen wie der Sozialarbeit einsetzen. Auch wenn die wissenschaftlichen Dienste des Bundestages 2010 noch beispielsweise urheberrechtliche Fragen als Hindernis für einen großflächigen Einsatz von Cloud Services anführte, hat diese neue Technologie auch im deutschen öffentlichen Sektor ein Potential. Eine Studie, die in Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikation und der Hertie School of Governance entstand, zeigt auf, dass die Nutzung von Cloud Services in deutschen Behörden nach der Schaffung bestimmter gesetzlicher Rahmenbedingungen sehr wohl eine Zukunft hat. Es liegt an den Bundestagsfraktionen, diese Rahmenbedingungen zu schaffen, um ökologische und soziale Nachhaltigkeit auch im öffentlichen Dienst zu befördern.